OFM-Glossar

PPV: was Pay per View auf OnlyFans bedeutet, und was das Recht verlangt.

PPV Bedeutung: Pay per View sind Inhalte, die Fans zusätzlich zum Abo einzeln kaufen. PPV auf OnlyFans, Preise, 20 % Provision, Erstattungen, Umsatzsteuer.

Von Olivier MaciejewskiAktualisiert am 1. Oktober 20264 Min. Lesezeit
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Das Wichtigste
  • PPV (Pay per View) ist ein Inhalt, den ein Fan zusätzlich zu seinem Abo einzeln freischaltet, meist als PPV-Nachricht im Chat.
  • OnlyFans behält 20 % jeder Zahlung ein und darf bei einer Erstattung oder einem Chargeback den Anteil der Creatorin wieder abziehen.
  • Der Inhalt muss seiner Beschreibung entsprechen: Irreführende Angaben sind nach § 5 UWG unlauter und können im Einzelfall den Betrugstatbestand (§ 263 StGB) erfüllen.
  • Umsatzsteuerlich ist der Fan Kunde der Plattform, nicht der Creatorin (EuGH, C-695/20); PPV-Einnahmen sind Betriebseinnahmen wie Abo und Trinkgeld.

Rechtslage und Zahlen geprüft am 1. Oktober 2026. Die Quellen finden Sie am Ende des Artikels.

PPV steht für Pay per View, „bezahlen, um zu sehen“: ein Inhalt, den ein Fan zusätzlich zu seinem Abo einzeln freischaltet, zu einem Preis, den die Creatorin festlegt. Auf OnlyFans sind das vor allem kostenpflichtige Privatnachrichten, auf der französischen Plattform MYM heißen sie „private Medien“.

Herkunft und Bedeutung

Der Begriff kommt aus dem Bezahlfernsehen, wo er den Kauf einer einzelnen Sendung bezeichnet, typischerweise eines Boxkampfs. Die Abo-Plattformen haben ihn für alles übernommen, was über das Abo hinaus bezahlt wird: Man „schickt einen PPV“, setzt „einen PPV auf 15 Dollar“, der Fan „schaltet einen PPV frei“. Das Wort bezeichnet zugleich den Inhalt und die Verkaufsform.

Im OFM: auf OnlyFans und MYM

Auf OnlyFans kann ein PPV ein gesperrter Beitrag im Profil sein, meist ist er aber eine Nachricht, an einen Fan oder als Massennachricht an eine Liste von Abonnenten. Der Fan sieht einen gesperrten Inhalt, manchmal mit Vorschau, und zahlt, um ihn zu öffnen; die Zahlung wird sofort abgebucht. OnlyFans behält wie bei jeder Zahlung eines Fans 20 % ein und schreibt den Rest der Creatorin in US-Dollar gut. Den Preis bestimmt die Creatorin innerhalb der Grenzen, die die Plattform vorgibt.

Auf MYM heißt das Gegenstück „privates Medium“: ein über den Chat ausgetauschter Inhalt, der den vereinbarten Vorgaben entsprechen muss.

Bei Konten, die eine Agentur betreut, ist PPV die wichtigste Einnahmequelle, weil der Verkauf von der Qualität des Gesprächs abhängt: Das ist die Arbeit der Chatter. Wer die PPV-Texte schreibt und ob die Creatorin sie freigibt, gehört deshalb in den Agenturvertrag.

Was das Gesetz sagt

Erstattungen. Ein Fan, der online Inhalte kauft, ist Verbraucher. Soweit deutsches Verbraucherrecht anwendbar ist, erlischt das Widerrufsrecht bei digitalen Inhalten mit Beginn der Bereitstellung, wenn der Fan ausdrücklich zugestimmt, den Verlust des Widerrufsrechts bestätigt und eine Bestätigung erhalten hat (§ 356 Abs. 6 BGB). Erstattungen kommen in der Praxis von der Plattform oder als Chargeback über die Kartenbank. OnlyFans untersagt Fans unberechtigte Erstattungs- und Chargeback-Anträge und darf den Anteil der Creatorin an einem erstatteten oder zurückgebuchten Betrag abziehen.

Inhalt anders als angekündigt. Nach den Nutzungsbedingungen von OnlyFans muss ein Inhalt so beschaffen sein, wie die Creatorin ihn beschrieben hat. Das deutsche Recht sieht es genauso: Eine geschäftliche Handlung mit unwahren oder zur Täuschung geeigneten Angaben über die wesentlichen Merkmale einer Leistung ist irreführend und unlauter (§ 5 UWG), Mitbewerber und Verbände können auf Unterlassung klagen (§ 8 UWG). Wer Fans vorsätzlich täuscht, um sie zu Zahlungen zu bewegen, kann zudem den Betrugstatbestand erfüllen (§ 263 StGB); ob er erfüllt ist, entscheidet der Einzelfall. Typisch sind ein als „neu“ verkauftes Video, das derselbe Fan schon besitzt, ein falscher Rabatt oder Versprechen, die der Inhalt nicht hält.

Steuern. Der Fan zahlt an die Plattform: Nach dem Urteil des EuGH vom 28. Februar 2023 (C-695/20, Fenix International) gilt OnlyFans umsatzsteuerlich als Leistende gegenüber dem Fan, die Creatorin erbringt ihre Leistung an die Plattform. PPV-Einnahmen sind Betriebseinnahmen wie Abo und Trinkgeld; wie Sie sie erklären, steht unter OnlyFans-Einnahmen versteuern.

Typische Fehler

  • Im Nachrichtentext übertreiben. Ein Chatter, der mehr verspricht, als der PPV enthält, erzeugt Erstattungen, Chargebacks und ein rechtliches Risiko für die Creatorin.
  • Bereits gekaufte Inhalte demselben Fan unter neuer Beschreibung erneut verkaufen.
  • Außerhalb der Plattform verkaufen, per Überweisung oder Messenger: keine Altersprüfung, keine saubere Spur für Bank und Finanzamt.
  • Chargebacks ignorieren: Eine hohe Quote kostet Gebühren und am Ende das Konto.

Verwandte Begriffe

  • GFE: Chatting im Stil einer Freundin, das PPV-Verkäufe trägt.
  • NSFW: explizite Inhalte, und wo sie gezeigt werden dürfen.
  • KYC: die Identitätsprüfung, ohne die keine Einnahmen ausgezahlt werden.

Häufige Fragen

Was bedeutet PPV auf OnlyFans?
PPV steht für Pay per View, bezahlen, um zu sehen. Gemeint ist ein Foto, ein Video oder ein Paket, das ein Fan zu einem von der Creatorin festgelegten Preis zusätzlich zum Monatsabo freischaltet. Meist wird es als Privatnachricht verschickt, an einen einzelnen Fan oder als Massennachricht an eine Liste; OnlyFans behält wie bei allen Zahlungen 20 % ein.
Kann man einen PPV zurückerstatten lassen?
Einen automatischen Anspruch gibt es nicht. Soweit deutsches Verbraucherrecht anwendbar ist, erlischt das Widerrufsrecht bei digitalen Inhalten mit Beginn der Bereitstellung, wenn der Fan dem ausdrücklich zugestimmt, den Verlust des Widerrufsrechts bestätigt und eine Bestätigung erhalten hat (§ 356 Abs. 6 BGB). Erstattungen laufen daher über die Plattform oder als Chargeback; OnlyFans darf dann den Anteil der Creatorin abziehen.
Ist PPV-Verkauf durch Chatter erlaubt?
Dass Chatter anstelle der Creatorin schreiben und PPV verkaufen, ist als solches nicht verboten. Heikel wird es, wenn falsche Tatsachen den Kauf auslösen sollen, etwa über den Inhalt, seine Exklusivität oder angebliche Treffen: Das ist irreführend im Sinne des § 5 UWG und kann im Einzelfall Betrug sein. Setzt die Agentur eine KI ein, verlangt Art. 50 der KI-Verordnung seit dem 2. August 2026, dass Fans davon erfahren.

Quellen und Rechtsgrundlagen

Olivier Maciejewski, Gründer von OFM Legal
Ihr AnsprechpartnerOlivier MaciejewskiGründer von OFM Legal · Ehemaliger internationaler Wirtschaftsanwalt (HEC Paris, Arendt, Clifford Chance) · Offizieller Partner von MYMSein Werdegang Aktualisiert am 1. Oktober 2026

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Beratung zu Ihrer konkreten Situation. OFM Legal ist keine Rechtsanwaltskanzlei: Rechtsdienstleistungen und Vertretung vor Gericht übernehmen unsere Partneranwälte.

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