OFM-Glossar

KYC: was Know Your Customer bedeutet, auf OnlyFans wie bei der Bank.

KYC Bedeutung: Know Your Customer ist die Prüfung von Identität und Mittelherkunft durch Banken, OnlyFans oder MYM. Und warum Konten gesperrt werden.

Von Olivier MaciejewskiAktualisiert am 18. September 20264 Min. Lesezeit
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Das Wichtigste
  • KYC (Know Your Customer) bezeichnet die Prüfungen, die ein Institut über eine Person anstellt: Identität, Tätigkeit, Herkunft der Mittel.
  • Das KYC der Plattformen (OnlyFans, MYM, Fansly) prüft Identität und Volljährigkeit der Creatorin vor jeder Veröffentlichung und jeder Auszahlung; das Konto muss auf ihren Namen laufen.
  • Das KYC der Bank ist eine gesetzliche Pflicht aus dem Geldwäschegesetz (§ 10 GwG) und gilt für die gesamte Geschäftsbeziehung, nicht nur bei der Kontoeröffnung.
  • Kann die Bank Sie nicht identifizieren oder Zweck und Art Ihrer Tätigkeit nicht klären, darf sie die Geschäftsbeziehung nicht fortsetzen (§ 10 Abs. 9 GwG); passen die Zahlungen nicht zum Profil, folgen Rückfragen und oft die Kündigung.

Rechtslage und Zahlen geprüft am 18. September 2026. Die Quellen finden Sie am Ende des Artikels.

KYC steht für Know Your Customer, auf Deutsch etwa „Kenne deinen Kunden“: die Prüfungen, die ein Institut vor und während einer Geschäftsbeziehung über eine Person anstellt, zu Identität, Tätigkeit und Herkunft der Mittel. Im OFM meint der Begriff sowohl die Identitätsprüfung der Creatorin durch OnlyFans oder MYM als auch die Geldwäscheprüfung der Bank.

Herkunft und Bedeutung

KYC stammt aus dem Compliance-Vokabular der Banken. Das deutsche Geldwäschegesetz verwendet das Kürzel nicht, es spricht von „Sorgfaltspflichten“. Für eine Gesellschaft heißt dieselbe Prüfung KYB, Know Your Business: Wer führt sie, wem gehört sie wirtschaftlich, was tut sie tatsächlich?

Umgangssprachlich heißt „das KYC machen“, die Unterlagen hochzuladen; „KYC abgelehnt“ oder „KYC ausstehend“ bedeutet, dass das Institut die Akte noch nicht akzeptiert hat.

Im OFM: KYC auf OnlyFans, MYM und Fansly

Keine seriöse Plattform schaltet Inhalte für Erwachsene frei oder zahlt Einnahmen aus, ohne zu prüfen. Üblich sind ein amtlicher Ausweis, ein Selfie oder eine biometrische Prüfung, danach Bank- und Steuerdaten. MYM, eine französische Plattform, prüft das Alter jedes Creators anhand seines Ausweises und eines Selfies, auf dem er ihn in der Hand hält. Fansly verlangt Volljährigkeit, Ausweis, Foto und Video und arbeitet dafür mit dem Dienstleister Ondato. OnlyFans kann jederzeit weitere Nachweise zu Alter und Identität verlangen; jede Person, die in Inhalten erscheint, muss volljährig sein, sich ausweisen und schriftlich eingewilligt haben.

Das Plattform-KYC erfüllt drei Aufgaben: Volljährigkeit und Einwilligung sichern, an die richtige Person auszahlen und die Daten erheben, die Plattformen nach dem Plattformen-Steuertransparenzgesetz (PStTG) an die Steuerverwaltung melden; siehe DAC7 bei OnlyFans und MYM. Für Agenturen folgt daraus: Das Konto gehört der Creatorin. Die Plattform steht in Vertragsbeziehung mit ihr, nicht mit dem Dritten, der ihr hilft.

Was das Gesetz sagt: KYC bei der Bank

Für Banken und Zahlungsinstitute ist KYC eine gesetzliche Pflicht. § 10 Abs. 1 GwG verlangt, den Vertragspartner zu identifizieren, bei Gesellschaften den wirtschaftlich Berechtigten sowie die Eigentums- und Kontrollstruktur zu klären, Informationen über Zweck und Art der Geschäftsbeziehung einzuholen und die Geschäftsbeziehung samt Transaktionen kontinuierlich zu überwachen, soweit erforderlich auch mit Blick auf die Herkunft der Vermögenswerte. Die Unterlagen sind je nach Risiko in angemessenen Abständen zu aktualisieren. Bei erhöhtem Risiko gelten verstärkte Sorgfaltspflichten (§ 15 GwG), und Inhalte für Erwachsene stufen viele Institute intern als erhöhtes Risiko ein.

Kann die Bank den Kunden nicht identifizieren oder Zweck und Art der Geschäftsbeziehung nicht klären, darf sie die Geschäftsbeziehung nicht begründen oder fortsetzen und muss eine bestehende beenden (§ 10 Abs. 9 GwG). Hat sie Anhaltspunkte für Geldwäsche, muss sie eine Verdachtsmeldung an die Financial Intelligence Unit erstatten (§ 43 GwG) und darf Ihnen davon nichts sagen (§ 47 GwG). Für eine Creatorin heißt das: Sie muss belegen können, dass ihre Tätigkeit angemeldet ist, und jede Auszahlung der Plattform erklären können, mit Plattformabrechnungen, Gewerbeanmeldung und gegebenenfalls dem Agenturvertrag. Die vollständige Liste steht in unserem Ratgeber KYC und Mittelherkunft.

Typische Fehler

  • Die Tätigkeit beschönigen. „Digitales Marketing“ im Antrag, danach Gutschriften von Fenix International, der Betreibergesellschaft von OnlyFans: Genau dieser Widerspruch führt zur Ablehnung.
  • Einnahmen über das Konto eines Dritten laufen lassen, etwa des Managers oder eines Partners: Die Bank sieht Geld, dessen Kontoinhaber nicht der wirtschaftlich Berechtigte ist.
  • Rückfragen liegen lassen. Eine unbeantwortete Aktualisierungsanfrage kann genügen, damit die Bank die Beziehung beenden muss; was dann zu tun ist, erklärt Konto gekündigt wegen OnlyFans.
  • Das Plattform-KYC im Namen einer anderen Person durchlaufen. Die Plattformen verbieten es, und OnlyFans kann das Konto löschen und die Einnahmen einbehalten.

Verwandte Begriffe

Das W-8BEN folgt gegenüber dem US-Fiskus derselben Logik wie das KYC gegenüber der Bank: nachweisen, wer Sie sind und wo Sie steuerlich ansässig sind. Mit dem Payout, der Auszahlung der Plattform, beginnt die Prüfung durch die Bank; mit dem Chargeback, der Rückbuchung durch einen Fan, kommen Zahlungsstörungen hinzu, die die Bank ebenfalls sieht.

Häufige Fragen

Was bedeutet KYC?
KYC ist die Abkürzung für Know Your Customer, auf Deutsch etwa „Kenne deinen Kunden“. Gemeint sind die Prüfungen, die eine Bank, ein Zahlungsinstitut oder eine Plattform bei einem Kunden vornimmt: Identität anhand eines amtlichen Dokuments, Tätigkeit, geplante Nutzung des Kontos, Herkunft der Mittel. Bei Gesellschaften spricht man auch von KYB, Know Your Business.
Warum verlangt OnlyFans ein KYC?
Um sicherzustellen, dass die Creatorin volljährig und tatsächlich die Kontoinhaberin ist, bevor Inhalte für Erwachsene online gehen und Einnahmen ausgezahlt werden. OnlyFans kann jederzeit weitere Nachweise zu Alter und Identität verlangen. Außerdem brauchen Plattformen Identität und Steuerdaten ihrer Anbieter, um deren Einnahmen nach DAC7 an die Steuerbehörden zu melden.
Warum sperrt die Bank mein Konto nach einer KYC-Prüfung?
Meist, weil sie die Gutschriften nicht mit der angegebenen Tätigkeit in Einklang bringen kann oder weil eine Nachforderung von Unterlagen unbeantwortet blieb; kann sie ihre Sorgfaltspflichten deshalb nicht erfüllen, verbietet ihr das Geldwäschegesetz, die Geschäftsbeziehung fortzusetzen. Hat sie eine Verdachtsmeldung an die Financial Intelligence Unit erstattet, darf sie Ihnen das nach § 47 GwG nicht mitteilen.
Olivier Maciejewski, Gründer von OFM Legal
Ihr AnsprechpartnerOlivier MaciejewskiGründer von OFM Legal · Ehemaliger internationaler Wirtschaftsanwalt (HEC Paris, Arendt, Clifford Chance) · Offizieller Partner von MYMSein Werdegang Aktualisiert am 18. September 2026

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Beratung zu Ihrer konkreten Situation. OFM Legal ist keine Rechtsanwaltskanzlei: Rechtsdienstleistungen und Vertretung vor Gericht übernehmen unsere Partneranwälte.

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