
- Ein OFM Manager verkauft einer Creatorin eine Dienstleistung: Reichweite, Chats, Planung, Verwaltung. Er ist weder ihr Arbeitgeber noch ihr Chef.
- Die Tätigkeit ist in der Regel gewerblich: Gewerbeanmeldung vor dem Start, Gewerbesteuer für Einzelunternehmer erst oberhalb eines Freibetrags von 24.500 € Gewerbeertrag.
- Wer auf Dauer nur für eine Creatorin arbeitet und niemanden anstellt, kann nach § 2 Satz 1 Nr. 9 SGB VI rentenversicherungspflichtig sein.
- Es gibt kein Gehalt, sondern eine Provision, in der Praxis häufig 20 bis 50 % der Nettoeinnahmen nach Plattformgebühr.
- Für OFM-Kurse gilt: Nach dem BGH-Urteil vom 12. Juni 2025 (III ZR 109/24) ist ein zulassungspflichtiger Fernlehrgang ohne Zulassung nichtig, auch wenn der Teilnehmer Unternehmer ist.
Rechtslage und Zahlen geprüft am 3. September 2026. Die Quellen finden Sie am Ende des Artikels.
„OFM Manager“, „OnlyFans Manager“: Der Beruf ist in wenigen Jahren entstanden, getragen von Videos, die fünfstellige Monatseinkommen vom Laptop aus versprechen. Die Wirklichkeit ist nüchterner. Wer OFM Manager werden will, wird Dienstleister für Creatorinnen, arbeitet auf Provision, braucht ein Gewerbe und trägt, oft ohne es zu wissen, einen großen Teil des rechtlichen Risikos. Dieser Leitfaden beschreibt den Beruf, wie er ist: Status, Steuern und Sozialversicherung, Verdienstrechnung, Vertrag und die Risiken, die Sie vor dem Start kennen sollten.
Was ein OFM Manager wirklich tut
Eine Creatorin auf OnlyFans, MYM oder Fansly verbringt schnell mehr Zeit mit Nachrichten und Werbung als mit Inhalten. Der Manager übernimmt alles, was nicht Produktion ist: Reichweite auf TikTok, Instagram, Reddit oder X, Chats mit Fans und der Verkauf von Einzelinhalten (PPV), Planung der Posts, Auswertung der Einnahmen, manchmal die Abstimmung mit dem Steuerberater. Ein einzelner Manager betreut meist eine bis drei Creatorinnen; darüber stellt er Chatter ein und wird zur Agentur.
Rechtlich ist der Manager weder Arbeitgeber noch Gesellschafter der Creatorin. Er verkauft ihr eine Dienstleistung gegen einen Anteil an ihren Einnahmen. Diese Einordnung bestimmt alles Weitere: Status, Rechnung, Umsatzsteuer und die Grenze zum Strafrecht. Was OFM umfasst, erklärt unser Beitrag OFM: Definition.
Gewerbe, Steuern, Sozialversicherung: so starten Sie sauber
Die Frage stellt sich mit der ersten Provision. Denn die Plattformen melden die Einnahmen der Creatorinnen über DAC7 an das Bundeszentralamt für Steuern, und eine Provision ohne Anmeldung ist schlicht nicht erklärtes Einkommen.
Gewerbe oder freier Beruf? Management und Marketing gehören nicht zu den Katalogberufen des § 18 EStG. Die Tätigkeit ist daher in der Regel gewerblich (§ 15 EStG), Grenzfälle klärt der Steuerberater. Sie ist vor Beginn bei der Gemeinde anzumelden (§ 14 GewO). Das Finanzamt schickt danach den Fragebogen zur steuerlichen Erfassung, den Sie über ELSTER ausfüllen.
Gewerbesteuer. Für Einzelunternehmer gilt ein Freibetrag von 24.500 € auf den Gewerbeertrag (§ 11 GewStG). Darüber wird die Gewerbesteuer über § 35 EStG zu einem großen Teil auf die Einkommensteuer angerechnet; wie viel übrig bleibt, hängt vom Hebesatz Ihrer Gemeinde ab.
Einkommensteuer. Der Gewinn wird mit dem normalen Tarif besteuert, 2026 bleiben 12.348 € steuerfrei (§ 32a EStG), darüber steigt der Satz bis 42 % und 45 %.
Umsatzsteuer. Solange der Umsatz im Vorjahr 25.000 € nicht überschritten hat und im laufenden Jahr 100.000 € nicht überschreitet, können Sie Kleinunternehmer bleiben (§ 19 UStG) und ohne Umsatzsteuer abrechnen. Darüber kommen 19 % auf die Provision, was für eine Creatorin, die selbst Kleinunternehmerin ist und keine Vorsteuer abzieht, eine echte Mehrbelastung ist. Das gehört in die Preisverhandlung.
Krankenversicherung und Rente. Eine Krankenversicherung ist Pflicht, gesetzlich oder privat. Die Falle liegt bei der Rente: Nach § 2 Satz 1 Nr. 9 SGB VI sind Selbständige rentenversicherungspflichtig, die keinen versicherungspflichtigen Arbeitnehmer beschäftigen und auf Dauer und im Wesentlichen nur für einen Auftraggeber tätig sind. Wer genau eine Creatorin betreut, erfüllt das schnell. Lassen Sie das früh prüfen, denn die Beiträge werden sonst rückwirkend fällig.
Wann eine GmbH sinnvoll wird, rechnen wir im Beitrag OFM-Agentur gründen durch; die Steuerseite der Creatorin steht in OnlyFans-Einnahmen versteuern.
Wie viel verdient ein OFM Manager? Die Rechnung statt des Mythos
Ein „OFM Manager Gehalt“ gibt es nicht, und jede Seite, die ein Durchschnittsgehalt nennt, erfindet es. Es gibt eine Rechnung.
| Posten | Betrag pro Monat |
|---|---|
| Umsatz der Creatorin auf OnlyFans | 8.000 € |
| abzüglich 20 % Plattformgebühr | 6.400 € netto |
| Provision des Managers (30 %) | 1.920 € |
| bei drei Creatorinnen dieser Größe | 5.760 € Umsatz |
Die Plattformgebühr von 20 % steht in den Nutzungsbedingungen von OnlyFans. Die 5.760 € sind kein Einkommen. Aufs Jahr gerechnet sind das 69.120 €: Die Kleinunternehmergrenze ist überschritten, Umsatzsteuer kommt hinzu oder geht vom Preis ab. Danach folgen Einkommensteuer, Krankenversicherung, gegebenenfalls Rentenversicherung, Tools, Werbung und, sobald die Chats eine Person überfordern, Chatter.
Der Verdienst hängt von drei Größen ab, die der Manager teilweise steuert: Zahl der Creatorinnen, ihr Nettoumsatz, der verhandelte Prozentsatz. Und von einer vierten, die er nicht steuert: der Dauer der Zusammenarbeit, die von der Qualität der Arbeit und des Vertrags abhängt.
OFM-Kurse und Coachings: was das BGH-Urteil ändert
Die Nachfrage hat einen Markt geschaffen: Kurse und „Mentorings“ für einige hundert bis mehrere tausend Euro, beworben auf Social Media, oft mit Einkommensversprechen. Einige sind seriös, viele verkaufen Vokabular. Kein Kurs verleiht einen Status, einen tragfähigen Mustervertrag oder Schutz vor Haftung.
Rechtlich interessant ist das Fernunterrichtsschutzgesetz (FernUSG). Der Bundesgerichtshof hat am 12. Juni 2025 (III ZR 109/24) entschieden, dass es nicht nur für Verbraucher, sondern auch für Unternehmer gilt, und dass Online-Unterricht die geforderte räumliche Trennung erfüllt, jedenfalls wenn zeitversetzt abrufbare Inhalte überwiegen. Ein zulassungspflichtiger Lehrgang ohne Zulassung ist nach § 7 Abs. 1 FernUSG nichtig; im entschiedenen Fall musste der Anbieter eines Business-Mentorings 23.800 € zurückzahlen. Ob ein bestimmter OFM-Kurs darunter fällt, hängt vom Einzelfall ab, insbesondere davon, ob der Lernerfolg überwacht wird. Prüfen Sie vor dem Kauf, wer verkauft (Impressum, Anschrift), ob eine Zulassung besteht, und behandeln Sie konkrete Einkommensversprechen als Warnsignal.
Der Vertrag mit der Creatorin: was hineingehört
Ein Manager ohne schriftlichen Vertrag hat keinen Beweis für seine Provision, keinen für seine Befugnisse und keinen für die Einwilligung der Creatorin. Der Dienstleistungsvertrag regelt:
- Leistungsumfang und was ausdrücklich nicht dazugehört;
- Provision und Bemessungsgrundlage (Nettoeinnahmen nach Plattformgebühr, Währung, Abrechnungszeitraum);
- Eigentum an Konto und Inhalten, das bei der Creatorin bleibt;
- Kontozugang: wer Passwörter hat, wie sie gespeichert werden, was nach dem Ende passiert;
- Recht der Creatorin, jeden Inhalt und jeden Vorschlag abzulehnen;
- Laufzeit, Kündigung und Schlussabrechnung.
Zahlungen laufen immer in eine Richtung: Die Plattform zahlt an die Creatorin, die Creatorin zahlt die Rechnung des Managers. Welche Klauseln die Gegenseite prüft, steht im Beitrag zum Agenturvertrag.
Die Risiken: Strafrecht, Sozialversicherung, Plattform
Strafrecht. Zuhälterei (§ 181a StGB, sechs Monate bis fünf Jahre) setzt Prostitution voraus; das Prostituiertenschutzgesetz verlangt dafür eine unmittelbar anwesende Person. Wer ausschließlich Online-Inhalte vermarktet, fällt nach diesem Verständnis grundsätzlich nicht darunter, höchstrichterlich geklärt ist das aber nicht. Die Grenze überschreitet, wer Treffen vermittelt, Inhalte erzwingt, die Creatorin finanziell abhängig macht oder ihr Geld ohne Vertrag einbehält. Details in Ist eine OFM-Agentur legal?.
Scheinselbständigkeit in beide Richtungen. Ein Manager, der seiner Creatorin Arbeitszeiten, Quoten und Strafen vorschreibt, riskiert, als ihr Arbeitgeber eingestuft zu werden. Ein Manager, der für eine Agentur mit festen Schichten und Vertragsstrafen arbeitet, riskiert umgekehrt, als deren Beschäftigter zu gelten (§ 7 SGB IV).
Plattform. OnlyFans und MYM verlangen, dass das Konto der Creatorin gehört, prüfen ihre Identität und Volljährigkeit und können Konten bei auffälligen Logins sperren. Loggen Sie sich nur in einem Rahmen ein, den die Creatorin schriftlich akzeptiert hat und den die Plattform zulässt; sonst verschwindet das Konto und mit ihm der Umsatz.
Vom Manager zur Agentur
Mit vier oder fünf Creatorinnen stößt das Einzelmodell an Grenzen: keine Stunden mehr für die Chats, Chatter, die bezahlt werden wollen, eine Bank, die einen Handelsregisterauszug sehen möchte. Dann ist es Zeit für eine Gesellschaft, formalisierte Verträge und eine saubere Lösung für die Chatter. Der Übergang ist einfach, wenn es von Anfang an Verträge, Rechnungen und ein Geschäftskonto gab, und schmerzhaft, wenn alles auf Zuruf lief. Wie wir dabei beraten, steht auf unserer Seite für Agenturen und Manager; das Erstgespräch von 15 Minuten ist kostenlos.
Häufige Fragen
Was macht ein OFM Manager?
Brauche ich ein Gewerbe als OnlyFans Manager?
Wie viel verdient ein OFM Manager?
Muss ich mich als OFM Manager rentenversichern?
Lohnt sich ein OFM-Kurs?
Quellen und Rechtsgrundlagen
- Gewerbeordnung, § 14 (Anzeigepflicht) Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de
- Gewerbesteuergesetz, § 11 (Freibetrag 24.500 €, Steuermesszahl 3,5 %) Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de
- Einkommensteuergesetz, § 32a (Grundfreibetrag 12.348 € ab 2026) Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de
- Umsatzsteuergesetz, § 19 (Kleinunternehmer) Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de
- Sozialgesetzbuch VI, § 2 (Versicherungspflicht selbständig Tätiger) Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de
- BGH, Urteil vom 12. Juni 2025, III ZR 109/24 (FernUSG gilt auch für Unternehmer) Bundesgerichtshof
- Strafgesetzbuch, § 181a (Zuhälterei) Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de
- OnlyFans Terms of Service (Gebühr: 20 % jeder Fan-Zahlung) Fenix International Limited
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Beratung zu Ihrer konkreten Situation. OFM Legal ist keine Rechtsanwaltskanzlei: Rechtsdienstleistungen und Vertretung vor Gericht übernehmen unsere Partneranwälte.








