OFM-Glossar

Catfish: das falsche Profil, das täuscht, und was es seinen Urheber kostet.

Catfish Bedeutung: sich im Netz mit falschem Profil als jemand anderes ausgeben. Fake-Konten, KI-Personas und wann Catfishing Betrug (§ 263 StGB) ist.

Von Olivier MaciejewskiAktualisiert am 14. September 20264 Min. Lesezeit
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Das Wichtigste
  • Ein Catfish ist eine Person, die sich mit einem falschen Online-Profil ausgibt, mit fremdem Namen, fremden Fotos oder erfundener Identität, um andere zu täuschen; Catfishing ist die Praxis.
  • Im OFM meint der Begriff vor allem Fake-Konten mit gestohlenen Fotos echter Creatorinnen und, im weiteren Sinn, Chats, in denen der Fan glaubt, mit der Creatorin selbst zu schreiben.
  • Catfishing ist als solches nicht strafbar, wird es aber, wenn damit Geld erschlichen wird (Betrug, § 263 StGB) oder fremde Bildnisse ohne Einwilligung verbreitet werden (§§ 22, 33 KUG).
  • Seit dem 2. August 2026 verlangt Art. 50 der KI-Verordnung, dass Menschen erfahren, wenn sie mit einer KI interagieren: Ein Chatbot, der sich als Mensch ausgibt, ist kein Graubereich mehr.

Rechtslage und Zahlen geprüft am 14. September 2026. Die Quellen finden Sie am Ende des Artikels.

Ein Catfish ist eine Person, die sich im Netz ein falsches Profil anlegt, mit anderem Namen, fremden Fotos oder einem erfundenen Leben, um jemanden zu täuschen: um eine Beziehung anzubahnen, an Geld zu kommen oder zu schaden. Catfishing bezeichnet die Praxis; „gecatfisht“ wird, wer entdeckt, dass sein Gegenüber so nicht existiert.

Herkunft und Bedeutung

Der Begriff stammt aus dem amerikanischen Dokumentarfilm Catfish (2010): Ein junger Mann entdeckt, dass die Frau, in die er sich online verliebt hat, nicht die ist, die sie vorgibt zu sein. Der Film und die anschließende Fernsehserie haben das Wort in den allgemeinen Sprachgebrauch gebracht. Im Deutschen spricht man auch vom Fake-Profil; geht es ums Geld, von Love- oder Romance-Scamming, vor dem die Polizeiliche Kriminalprävention ausdrücklich warnt.

Im OFM: drei Situationen

Der Begriff deckt drei Fälle ab, die man auseinanderhalten muss.

Das Fake-Konto einer Creatorin. Betrüger übernehmen die Fotos einer echten Creatorin, eröffnen damit Profile in sozialen Netzwerken oder auf anderen Plattformen, verkaufen gestohlene Inhalte, leiten Fans auf Betrugsseiten oder bitten sie direkt um Geld. Die Creatorin ist doppelt Opfer: der Täuschung und des Rufschadens.

Die erfundene Persona. Ein Konto kann eine Person zeigen, die es nicht gibt, etwa ein KI-generiertes Model. OnlyFans verlangt, KI-generierte Inhalte als solche zu kennzeichnen. Seit dem 2. August 2026 schreibt zudem Art. 50 der KI-Verordnung (EU) 2024/1689 vor, dass Menschen erfahren, wenn sie mit einem KI-System interagieren.

Der Chatter. Schreibt ein Chatter im Namen einer realen Creatorin, die zustimmt, liegt keine Identitätstäuschung im strafrechtlichen Sinn vor. Ein Fan, der glaubt, persönlich mit ihr zu schreiben, kann sich dennoch getäuscht fühlen. Wird ihm gezielt eine persönliche Beziehung vorgespielt, um ihn zu Zahlungen zu bewegen, stellt sich nach unserer Einschätzung die Frage nach § 263 StGB; höchstrichterlich entschieden ist das für bezahltes Chatting nicht. Wie Chatter vertraglich eingebunden werden, behandelt der Beitrag Chatter und Scheinselbständigkeit.

Was das Gesetz sagt

Ein Pseudonym ist nicht verboten, und einen allgemeinen Straftatbestand des Identitätsdiebstahls kennt das deutsche Strafrecht nicht. Das falsche Profil wird aber in mehreren Konstellationen strafbar:

  • Betrug (§ 263 StGB): Wer durch Vorspiegelung falscher Tatsachen, etwa einer erfundenen Identität oder Notlage, einen Irrtum erregt und dadurch das Vermögen eines anderen schädigt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu fünf Jahren oder Geldstrafe bestraft, in besonders schweren Fällen, etwa bei gewerbsmäßigem Handeln, mit sechs Monaten bis zu zehn Jahren. Das ist der typische Romance Scam.
  • Recht am eigenen Bild (§§ 22, 33 KUG): Bildnisse dürfen nur mit Einwilligung verbreitet werden. Wer die Fotos einer Creatorin für ein Fake-Konto verwendet, riskiert Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe; die Tat wird auf Antrag verfolgt.
  • Nachstellung (§ 238 Abs. 1 Nr. 7 StGB): Erfasst ist, wer wiederholt Inhalte, die eine Person verächtlich machen können, unter Vortäuschung ihrer Urheberschaft verbreitet und so ihre Lebensgestaltung beeinträchtigen kann.

Die kopierten Fotos verletzen außerdem das Urheberrecht der Creatorin an ihren Aufnahmen. Darauf stützen sich Löschmeldungen bei Plattformen und Hostern, wie im Leitfaden OnlyFans-Leak: Was tun? beschrieben.

Typische Fehler

  • Das Fake-Konto selbst anschreiben: Das warnt den Betreiber, der die Identität wechselt und Spuren löscht.
  • Ohne Beweise melden: Sichern Sie zuerst datierte Screenshots von Profil, URL und Nachrichten.
  • Fans in Bio oder Nachrichten eine persönliche Beziehung versprechen, die die Organisation des Kontos nicht einlösen kann.
  • Vergessen, dass Fake-Konten oft Informationen sammeln: Sie sind auch ein Doxxing-Risiko.

Verwandte Begriffe

Ob eine Agentur solche Methoden selbst anwendet, prüfen Sie vor der Unterschrift mit dem Leitfaden OnlyFans-Agentur prüfen.

Häufige Fragen

Was bedeutet Catfish?
Im Internetjargon ist ein Catfish (wörtlich „Wels“) jemand, der sich über ein falsches Profil als eine andere, reale oder erfundene Person ausgibt, meist um eine Beziehung anzubahnen, an Geld zu kommen oder zu schaden. „Gecatfisht“ worden zu sein heißt, festzustellen, dass das Gegenüber nicht die Person ist, für die es sich ausgab.
Ist Catfishing strafbar?
Nicht an sich: Ein Pseudonym ist erlaubt, und die meisten Creatorinnen arbeiten unter Künstlernamen. Strafbar wird es, wenn das falsche Profil dazu dient, Geld zu erschleichen (Betrug nach § 263 StGB, bis zu fünf Jahren), wenn fremde Fotos ohne Einwilligung verbreitet werden (§ 33 KUG) oder wenn jemand einer realen Person nachstellt, indem er wiederholt herabwürdigende Inhalte unter ihrem Namen verbreitet (§ 238 Abs. 1 Nr. 7 StGB).
Was tun, wenn ein Fake-Konto meine Fotos nutzt?
Sichern Sie datierte Screenshots von Profil, URL und Nachrichten, melden Sie das Konto bei der Plattform als betroffene Person und verlangen Sie die Entfernung Ihrer Fotos wegen Verletzung Ihres Urheberrechts und Ihres Rechts am eigenen Bild. Dient das Konto dem Betrug an Fans oder schadet es Ihnen, erstatten Sie Anzeige und stellen Strafantrag. Schreiben Sie das Konto nicht selbst an.

Quellen und Rechtsgrundlagen

Olivier Maciejewski, Gründer von OFM Legal
Ihr AnsprechpartnerOlivier MaciejewskiGründer von OFM Legal · Ehemaliger internationaler Wirtschaftsanwalt (HEC Paris, Arendt, Clifford Chance) · Offizieller Partner von MYMSein Werdegang Aktualisiert am 14. September 2026

Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Beratung zu Ihrer konkreten Situation. OFM Legal ist keine Rechtsanwaltskanzlei: Rechtsdienstleistungen und Vertretung vor Gericht übernehmen unsere Partneranwälte.

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