
- Für den Start ist das Einzelunternehmen fast immer richtig: keine Gründungskosten, Einnahmenüberschussrechnung, Gewerbesteuer weitgehend auf die Einkommensteuer angerechnet.
- Eine GmbH zahlt 15 % Körperschaftsteuer plus Solidaritätszuschlag und Gewerbesteuer ohne Freibetrag: bei einem Hebesatz von 400 % zusammen rund 29,8 % auf den Gewinn.
- Wird der Gewinn voll ausgeschüttet, kommen 25 % Abgeltungsteuer plus Soli hinzu; die Gesamtbelastung liegt dann bei rund 48 % und damit über dem Spitzensatz eines Einzelunternehmers.
- Die GmbH lohnt sich deshalb vor allem, wenn ein erheblicher Teil des Gewinns in der Gesellschaft bleibt. Ab 2028 sinkt die Körperschaftsteuer schrittweise bis auf 10 % im Jahr 2032.
- Die Gesellschaft kostet Notar, Handelsregister, Bilanz, Offenlegung, Transparenzregister, und sie ändert nichts daran, dass die Plattform Einnahmen dem Kontoinhaber zuordnet.
Rechtslage und Zahlen geprüft am 9. September 2026. Die Quellen finden Sie am Ende des Artikels.
Für die meisten OnlyFans- und MYM-Creator ist das Einzelunternehmen der richtige Anfang: keine Gründungskosten, einfache Gewinnermittlung, und die Gewerbesteuer wird weitgehend auf die Einkommensteuer angerechnet. Eine UG oder GmbH lohnt sich steuerlich erst, wenn der Gewinn deutlich über das hinausgeht, was Sie zum Leben brauchen, und ein Teil davon über Jahre in der Gesellschaft bleiben kann. Wer alles entnimmt, zahlt in der GmbH oft mehr als im Einzelunternehmen. Hier finden Sie die Rechnung mit den Sätzen für 2026, die Kosten der Gesellschaft und die Fehler, die beim Wechsel am meisten kosten. Die Grundlagen der Anmeldung stehen im Ratgeber OnlyFans-Einnahmen versteuern.
Warum reicht das Einzelunternehmen für den Start?
Das Einzelunternehmen entsteht mit der Gewerbeanmeldung. Es gibt kein Mindestkapital, keinen Notar und keine Bilanz: Den Gewinn ermitteln Sie mit der Einnahmenüberschussrechnung, solange das Finanzamt Sie nicht wegen mehr als 800.000 € Umsatz oder 80.000 € Gewinn zur Buchführung auffordert (§ 141 AO).
Der Gewinn wird mit Ihrem persönlichen Einkommensteuertarif besteuert: 2026 steuerfrei bis 12.348 €, dann progressiv, 42 % ab 69.879 € und 45 % ab 277.826 € zu versteuerndem Einkommen (§ 32a EStG), bei höheren Einkommen zuzüglich Solidaritätszuschlag. Gewerbesteuer fällt erst oberhalb von 24.500 € Gewerbeertrag an und wird über § 35 EStG bis zum Vierfachen des Messbetrags auf die Einkommensteuer angerechnet.
Die Nachteile zeigen sich mit dem Erfolg. Sie haften persönlich mit Ihrem gesamten Vermögen, und der volle Gewinn wird jedes Jahr mit Ihrem Grenzsteuersatz belastet, egal ob Sie ihn ausgeben oder sparen.
Wie wird eine GmbH besteuert?
Die GmbH ist ein eigenes Steuersubjekt. Auf ihren Gewinn zahlt sie:
- Körperschaftsteuer von 15 % (§ 23 KStG), plus 5,5 % Solidaritätszuschlag darauf, zusammen 15,825 %. Nach geltendem Recht sinkt der Satz ab 2028 um einen Prozentpunkt pro Jahr bis auf 10 % ab 2032.
- Gewerbesteuer ohne Freibetrag, denn der Freibetrag von 24.500 € gilt nur für natürliche Personen und Personengesellschaften (§ 11 Abs. 1 GewStG). Bei einem Hebesatz von 400 % sind das 14 % des Gewerbeertrags. Eine Anrechnung wie bei § 35 EStG gibt es nicht.
Zusammen ergibt das bei einem Hebesatz von 400 % rund 29,8 % auf den Gewinn, der in der Gesellschaft bleibt.
Wollen Sie das Geld privat verwenden, gibt es zwei Wege. Ein Geschäftsführergehalt mindert den Gewinn der GmbH und wird bei Ihnen als Arbeitslohn versteuert; es muss angemessen sein, sonst gilt der überhöhte Teil als verdeckte Gewinnausschüttung (§ 8 Abs. 3 KStG). Eine Gewinnausschüttung unterliegt beim Gesellschafter der Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag (§ 32d Abs. 1 EStG). Wer mindestens 25 % der Anteile hält, kann stattdessen das Teileinkünfteverfahren beantragen (§ 32d Abs. 2 Nr. 3 EStG): 40 % der Ausschüttung bleiben steuerfrei (§ 3 Nr. 40 EStG), der Rest wird mit dem persönlichen Tarif besteuert.
Was bleibt von 100 € Gewinn?
| Variante (Hebesatz 400 %, ohne Kirchensteuer) | Steuerlast auf 100 € Gewinn |
|---|---|
| Einzelunternehmen, Grenzsteuersatz 42 %, mit Soli | rund 44 € |
| Einzelunternehmen, Spitzensteuersatz 45 %, mit Soli | rund 47 € |
| GmbH, Gewinn bleibt in der Gesellschaft | rund 30 € |
| GmbH, Gewinn wird voll ausgeschüttet (Abgeltungsteuer) | rund 48 € |
Die Tabelle zeigt Grenzbelastungen, keine Durchschnittswerte: Im Einzelunternehmen wird ein Teil des Gewinns niedriger besteuert, und die Gewerbesteuer ist dort über § 35 EStG weitgehend angerechnet. Die Aussage bleibt trotzdem klar. Die GmbH spart Steuern auf Gewinne, die in ihr bleiben, etwa als Rücklage, für Investitionen oder für eine spätere Agentur. Auf Gewinne, die Sie sofort entnehmen, spart sie nichts. Mit der sinkenden Körperschaftsteuer ab 2028 verschiebt sich die Rechnung zugunsten der GmbH; entscheiden sollten Sie trotzdem mit den heutigen Zahlen.
UG, GmbH, Einzelunternehmen im Vergleich
| Einzelunternehmen | UG (haftungsbeschränkt) | GmbH | |
|---|---|---|---|
| Mindestkapital | keines | ab 1 €, jährlich 25 % des Jahresüberschusses in die Rücklage (§ 5a GmbHG) | 25.000 € (§ 5 GmbHG) |
| Gründung | Gewerbeanmeldung | Notar, Handelsregister | Notar, Handelsregister |
| Gewinnermittlung | Einnahmenüberschussrechnung | Bilanz und Jahresabschluss | Bilanz und Jahresabschluss |
| Haftung | persönlich, unbeschränkt | grundsätzlich Gesellschaftsvermögen | grundsätzlich Gesellschaftsvermögen |
| Transparenzregister | nein | ja (§ 20 GwG) | ja (§ 20 GwG) |
| Zugriff auf das Geld | frei | Gehalt oder Ausschüttung | Gehalt oder Ausschüttung |
Was eine GmbH kostet und was sie nicht löst
Rechnen Sie vor der Gründung mit dem, was in keinem Video vorkommt: Notar und Handelsregister, ein Steuerberater für Buchhaltung, Bilanz und drei Steuererklärungen (Körperschaft-, Gewerbe- und Umsatzsteuer), die Offenlegung des Jahresabschlusses, die Mitteilung an das Transparenzregister und ein Geschäftskonto auf den Namen der Gesellschaft. Gerade das Konto ist in unserer Branche ein eigenes Thema; mehr dazu im Ratgeber Welche Bank akzeptiert OnlyFans?. Diese Fixkosten wiegen bei 3.000 € Monatsgewinn schwer und fallen bei 15.000 € kaum ins Gewicht.
Drei Dinge löst die GmbH nicht:
- Die Zuordnung der Einnahmen. Läuft der Vertrag mit der Plattform weiter auf Ihren Namen und wird auf Ihr Privatkonto ausgezahlt, sind es in der Regel weiter Ihre Einnahmen. Ob die Plattform einen Vertrag mit der Gesellschaft akzeptiert, klären Sie vor der Gründung, nicht danach.
- DAC7. Die Plattform meldet den Anbieter, ob Person oder Gesellschaft, mit Handelsregisternummer und Konto.
- Die Sozialversicherung. Ob Sie als Gesellschafter-Geschäftsführerin sozialversicherungspflichtig sind, hängt von Ihrer Beteiligung und Ihren Rechten in der Gesellschaft ab. Klarheit schafft ein Statusfeststellungsverfahren bei der Deutschen Rentenversicherung.
Wann hat eine Holding Sinn?
Eine Holding ist eine Gesellschaft, die Ihre operative GmbH hält. Ausschüttungen der Tochter an die Holding bleiben dort weitgehend steuerfrei (§ 8b KStG), sodass Gewinne ohne Abgeltungsteuer umgeschichtet und investiert werden können. Für eine einzelne Creatorin mit 5.000 € Monatsgewinn ist das eine Struktur zu viel: zwei Buchhaltungen, zwei Abschlüsse, zwei Konten. Interessant wird sie für Agenturen mit mehreren Gesellschaften oder mit Blick auf einen späteren Verkauf. Wie eine Agentur von Anfang an aufgestellt wird, beschreibt der Ratgeber OFM-Agentur gründen.
Wie gelingt der Wechsel vom Einzelunternehmen in die GmbH?
Zwei Wege sind üblich. Entweder gründen Sie eine neue Gesellschaft und stellen Verträge, Plattformkonto und Bankverbindung nach und nach auf sie um, während das Einzelunternehmen ausläuft. Oder das Einzelunternehmen wird als Ganzes in die GmbH eingebracht. Beide Wege haben steuerliche Folgen, etwa für stille Reserven, für die Umsatzsteuer und für die letzte Gewinnermittlung des Einzelunternehmens, und beide sollten vor dem ersten Notartermin durchgerechnet sein.
Die Fehler beim Wechsel ähneln sich: Die GmbH ist gegründet, aber die Plattform zahlt weiter auf das Privatkonto. Die Agentur rechnet weiter mit der Person statt mit der Gesellschaft ab. Oder die Gesellschaft wird wie ein privates Konto behandelt, aus dem laufend Geld ohne Gehaltsvereinbarung oder Ausschüttungsbeschluss entnommen wird. Jeder dieser Punkte kann die Vorteile der GmbH zunichtemachen und neue Risiken schaffen.
Die drei Fragen vor dem Wechsel
- Liegt Ihr Gewinn dauerhaft deutlich über dem, was Sie zum Leben brauchen?
- Können Sie einen erheblichen Teil davon mehrere Jahre in der Gesellschaft lassen?
- Brauchen Sie die Haftungsbeschränkung, etwa weil Sie Mitarbeiter, Chatter oder größere Verträge haben?
Zweimal Nein: Bleiben Sie beim Einzelunternehmen, führen Sie saubere Unterlagen und stellen Sie die Frage in einem Jahr neu. Dreimal Ja: Dann lohnt die Gründung meist, vorbereitet mit einem Steuerberater, der beide Varianten mit Ihren Zahlen rechnet. OFM Legal ist weder Rechtsanwalts- noch Steuerberatungskanzlei; wir beraten zu Struktur, Verträgen und Bank und arbeiten dafür mit Partner-Steuerberatern und Notaren zusammen. Worauf es bei der Wahl des Beraters ankommt, steht in Steuerberater für OnlyFans; ein erstes Gespräch vereinbaren Sie über die Seite Creator.
Häufige Fragen
Ab welchem Gewinn lohnt sich eine GmbH für OnlyFans?
UG oder GmbH: Was ist der Unterschied?
Kann ich mein OnlyFans-Konto einfach in die GmbH einbringen?
Muss ich mir als GmbH-Geschäftsführerin ein Gehalt zahlen?
Quellen und Rechtsgrundlagen
- § 23 KStG (Körperschaftsteuersatz: 15 % bis 2027, danach schrittweise bis 10 % ab 2032) Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de
- § 11 GewStG (Freibetrag nur für natürliche Personen und Personengesellschaften, Steuermesszahl 3,5 %) Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de
- § 32a EStG (Einkommensteuertarif ab 2026) Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de
- § 32d EStG (Abgeltungsteuer 25 %, Option zum Teileinkünfteverfahren) Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de
- § 35 EStG (Steuerermäßigung bei Einkünften aus Gewerbebetrieb) Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de
- § 5 GmbHG (Stammkapital 25.000 €) und § 5a GmbHG (Unternehmergesellschaft) Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de
- § 4 SolZG 1995 (Solidaritätszuschlag 5,5 %) Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de
- § 20 GwG (Transparenzpflichten, Mitteilung an das Transparenzregister) Bundesministerium der Justiz, gesetze-im-internet.de
Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Beratung zu Ihrer konkreten Situation. OFM Legal ist keine Rechtsanwaltskanzlei: Rechtsdienstleistungen und Vertretung vor Gericht übernehmen unsere Partneranwälte.








